by Oliver Klimek on 14. April 2010
In der Literatur-Reihe der Arge Krone/Adler erschein 2006 das Handbuch zur Pfennig-Ausgabe, verfasst von Manfred Wiegand. Wobei der Begriff “Handbuch” angesichts des Fommats DIN A 4 doch etwas untertrieben ist.
Auf ca. 300 Seiten werden systematisch alle Aspekte dieser Markenausgabe behandelt, vom Druck über Farben und Plattenfehlern bis zu Abstempelungen und Verwendungsformen auf Beleg.
Das Buch setzt in Ausführlichkeit und Übersichtlichkeit Maßstäbe für gute philatelistische Literatur. Durchgehend farbige Abbildungen und eine Vielzahl von Bewertungen, die weit über den Michel-Spezialkatalog hinausgehen machen das Handbuch zum Standardwerk für diese Ausgabe.
Vor allem die äußerst ausführliche und hervorragend illustrierte Beschreibung der Sendungsarten und Verwendungsformen, die die gesamte zweite Hälfte des Werks einnimmt, hat es mir persönlich angetan. Man kann viel über die Postgeschichte dieser interessanten Zeitperiode lernen. Gerade die Auslandspost ist durch die Einführung des Weltpostvereins und die damit verbundenen stufenweisen Vereinfachungen im Postverkehr ein hochinteressantes Thema. Auch wer an den eigentlichen Marken kein besonderes Interesse hat, kommt hier voll auf seine Kosten.
Laut Arge-Homepage ist das Handbuch noch lieferbar. Und bei einem Preis von €45,- für Arge-Mitglieder bzw €56,- für Nichtmitglieder ist es angesichts der Ausstattung im Vergleich zu anderer philatelistischer Literatur geradezu billig.
by Oliver Klimek on 11. April 2010
Postkarte mit Bahnpost-Stempel von 1912, gelaufen zum Inlandstarif im Wechselverkehr nach Gelsenkirchen
Hier ein kleines Beispiel, welch nette Belege man mit etwas Spürsinn in Wühlkisten finden kann. Selbst erfahrene Händler schauen manchmal nicht richtig auf die Stempel. Und wenn es sich dann noch um eine kleine Bahnpost-Linie handelt, um so besser.
Schimpach ist einer der 21 Ortsteile von Wincrange, das als Ganzes heute nur 3600 Einwohner hat. Kautenbach ist einer von 7 Ortsteilen von Kiispelt mit insgesamt nur 950 Einwohnern.
by Oliver Klimek on 7. April 2010

Im Briefmarken-Café werden von Sammlern immer wieder schöne Marken und Belege unter einem bestimmten Gesichtspunkt gezeigt. Damit diese Schätze nicht nach einigen Tagen unwiederbringlich aus dem Blickfeld verschwunden sind, werden sie fortan im Philablog gespeichert.
Hierzu habe ich eine Galerie angelegt, die auch über die Navigationsleiste ganz oben auf der Seite zu erreichen ist.
Den Anfang machen attraktive Bunt- und Mehfachfrankaturen aus aller Herren Länder. Die Galerie wird laufend aktualisiert.
by Oliver Klimek on 5. April 2010
Die Aktie des kleinen Mannes?
Das Klischee der Briefmarke als “Aktie des kleinen Mannes” ist ebenso abgegriffen wie die Bezeichnung “Wetterfrosch” für einen Meteorologen. Dahinter steckt die Hoffnung auf eine beständige Wertanlage, die insbesondere von Versandhändlern und Postverwaltungen geschürt wurde und wird.
Doch spätestens seit dem Ende der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts begannen die Träume so mancher Sammler vom Reichtum endgültig wie Seifen- oder besser Spekulationsblasen zu platzen. Und dies geschah im Kleinen wie auch im Großen.
Zu viele Posthornsätze wurden gehortet, am besten gleich bogenweise. Und auch die teuren Werte des Deutschen Reiches wie Chicagofahrt und Nothilfeblock sind bei weitem nicht so selten, wie man glauben möchte. Sie sind auf jeder besseren Briefmarkenauktion gleich mehrfach zu haben.
Den Sammlern mit kleinerem Portemonnaie wurde Geld für Ersttagsbriefe und Motivsammlungen abgeknöpft und bunte Bildermarken aus exotischen Ländern schmackhaft gemacht. Die Hoffnung, je sein investiertes Geld auch nur annähernd wieder zu herein zu bekommen, war oft schon bei Abschluss des Abonnements illusorisch.
Den traurigen Höhepunkt dieser Entwicklung bildete vor einigen Jahren der Afinsa-Skandal, als die Geldanlage in Briefmarken selbst Kleinsparern verkauft wurde, die mit Philatelie überhaupt nichts am Hut hatten.
Briefmarken sind nur wertloses Papier!
Dem zugrunde liegt eine meines Erachtens grundlegend falsche Denkweise. Zur Geldanlage – also in Hoffnung auf eine zukünftige Wertsteigerung – sind Briefmarken denkbar ungeeignet. Hinter einem Wertpapier wie einer Aktie oder Anleihe liegen ja reale Werte, wie das Vermögen und die Leistungsfähigkeit eines real existierenden Unternehmens oder Staates. Wenn das Unternehmen gut wirtschaftet, wird auch auch der Aktionär seine Freude haben.
Briefmarken dagegen haben keine Wertdeckung. Sie sind immer nur das wert, was ein Interessent dafür bereit ist zu zahlen. Dieser Unterschied ist zwar nicht offensichtlich aber dennoch fundamental. Wenn sich immer weniger Menschen für Briefmarken oder postgeschichtliche Belege interessieren, wird es in Zukunft immer schwerer werden, gute Preise dafür zu erzielen.
Im Einkauf liegt der Gewinn
Diese alte Kaufmannsweisheit ist der Schüssel, wie man trotzdem die Chance auf einen guten Erlös beim Wiederverkauf seiner Sammlung wahren kann. Anstatt schweißgebadet darauf zu hoffen, dass die Notierungen im nächsten Michel-Katalog nicht schon wieder zusammengefaltet werden, sollte man darauf setzten, seine Marken und Belege so einzukaufen, dass sie bereits heute mit Gewinn wieder zu verkaufen wären.
Wissen ist Geld
Unabdingbar hierfür ist allerdings, dass man sich Kenntnisse aneignet, die einen dazu befähigen, günstige Gelegeheiten zu erkennen. Mit Literatur und Erfahrung kann man auf dem Briefmarkenmarkt noch so manches Schnäppchen machen. Die Philatelie ist einfach zu umfangreich, dass jeder alles wissen kann. Mit genügend Spezialwissen wird man daher immer die Chance haben, Schätze zu entdecken, an denen andere unwissend vorüber gehen.
Nur die Investition in Wissen schafft die Möglichkeit, eine substanzreiche Sammlung aufzubauen, an der man auch noch beim Verkauf seine Freude haben wird.
by Oliver Klimek on 3. April 2010

So gut wie jeder Schweiz-Sammler weiß, dass es die 10 Rp Tell (Michel 118 oder Zumstein 126) in zwei Typen gibt, die sich durch die Lage des Querbalkens im E von HELVETIA unterschieden.
Auf diesem Auslandsbrief von Riggisberg nach Heidelberg kleben beide Typen nebeneinander. Hinzu kommt noch ein 5 Rp Tellknabe, um das Auslandsporto von 25 Rp zu vervollständigen.
Diese Frankatur ist keineswegs häufig, denn wo kam es schon vor, dass Bögen beider Typen auf dem Postamt vorhanden waren?
Übrigens illustriert der Brief auch eine Besonderheit der schweizer Orthographie. Zwar wurde auch in der Schweiz die vereinheitlichte deutsche Rechtschreibung von 1901 angewandt, bei vielen Ortsnamen kursierten aber verschiedene Schreibweisen, die sich teilweise am schweizer Dialekt orientierten.
Hier nennt der Gemeindeschreiber seinen Ort Rüeggisberg, während auf dem Poststempel Riggisberg steht, was auch die heute übliche Schreibweise ist.
Eine weiteres Beispiel ist der Ort Rapperswil, von dem es ältere Stempel mit der Inschrift Rapperschwyl gibt. Zum einen wird der Name im örtlichen Dialekt wirklich mit sch ausgesprochen, zum anderen herrschte lange eine gewisse Verwirrung, ob man die vielen …wils in der Schweiz nun mit y od i schreiben soll. mittlerweile hat sich das i aber durchgesetzt.
by Oliver Klimek on 31. März 2010
Die abgebildete Marke fand ich in einer eigentlich recht gepflegten kleinen Spezialsammlung der Reichspost-Ausgaben Pfennige bis Krone/Adler. Anhand der vielen geprüften Marken und auch sonst recht gut beschriebenen Besonderheiten wie Farben, Größenunterschiede oder Plattenfehler hätte man eigentlich auf eine gewisse Sachkenntnis des Vorbesitzers schließen können.
Aber hier stand neben der Klemmtasche etwas schüchtern “45 U?”. Natürlich handelt es sich hier um einen popeligen Ganzsachenausschnitt, genauer gesagt um einen Ausschnitt aus dem Streifband S8, das selbst in unversehrtem Zustand keineswegs selten ist.
Und dieses Beispiel ist wahrlich kein Einzelfall. Immer wieder stößt man in Sammlungen auf vermeintlich ungezähnte Marken, die sich in aller Regel als Ganzsachenausschnitte oder beschnittene Originalmarken entpuppen.
Es scheint wohl weniger das fehlende Wissen zu sein als die Sehnsucht, seltene Marken zu besitzen, die viele Sammler dazu veranlaßt, ihr Hirn auszuschalten. Schon ein genauerer Blick aufs Papier macht in unserem Fall ja unmissverständlich klar, dass es sich hier auf keinen Fall um die begehrte Seltenheit handeln kann.
Etwas anders liegen da die Dinge im Infla-Bereich. Hier gibt es eimmer wieder anzutreffende Besonderheit, die einen zuerst an eine teilgezähnte Marke denken läßt.
Aber schon in der Einführung zum Infla-Teil des Spezialkataloges werden diese scheinbar unten ungezähnten Marken erwähnt, bei denen es sich in Wirklichkeit um einen versetzten Kammschlag der Zähnungsmaschine handelt.
Nur wenn der Unterrand größer als 1 cm ist, wird eine solche Marke als uU anerkannt, weil dann mit Sicherheit davon auszugehen ist, dass der letzte Kammschlag bei der Zähnung wikrlich ausgeblieben ist.
Aber obwohl es ausdrücklich im Katalog steht, verschließen auch hier viele Sammler ihre Augen vor der Realität und träumen lieber von den Schätzen und Reichtümern die sie in ihren Alben wähnen.
Und die Moral von der Geschicht: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!
by Oliver Klimek on 29. März 2010
Die neue Umfrage dreht sich um die beliebtesten Sammelgebiete. Aber anders als sonst üblich bin ich nicht an geographischen Gebieten interessiert, sondern am Typ und der zeitlichen Einordnung der Sammelleidenschaft.
Die Vorgaben sind:
- Vorphilatelie
- Briefmarken Klassik
- Postgeschichte Klassik
- Briefmarken Semiklassik bis 1945
- Postgeschichte Semiklassik bis 1945
- Gedenkbelege, FDC usw. bis 1945
- Briefmarken nach 1945
- Postgeschichte nach 1945
- Gedenkbelege, FDC, ETB usw. nach 1945
Unter “Klassik” verstehe ich z.B. in Deutschland die Zeit von der Einführung der Briefmarken bis zum Beginn des Deutschen Reiches, bei Großbritannien wäre der Schnitt wohl am besten am Ende der Victoria-Zeit zu setzen. Die genaue Trennungslinie wird in jedem Land natürlich anders verlaufen und ist sicher auch oft subjektiv gefärbt. Aber da es hier ja ums Große Ganze geht, möchte ich mir einzelne Vorgaben gerne ersparen.
Den Begriff “Postgeschichte” bitte ich relativ weit zu fassen, im Sinne des Sammelns echt gelaufener und portogerechter Belege. So soll eine Abgrenzung zu den Gedenkbelegen geschaffen werden. Mehrfachnennungen sind natürlich möglich.
Die Umfrage wird diesmal automatisch am 30. April um 23:59:59 Uhr geschlossen. Die Abstimmung ist wie immer anonym.
by Oliver Klimek on 28. März 2010
In einem Monat haben sich immerhein 42 Sammler an der Umfrage beteiligt. Für ein statistisch represäntatives Ergebnis reicht das zwar noch nicht aus, aber ein Trend läßt sich schon erkennen:
1 Verein – 6 Stimmen
1 Arge – 3 Stimmen
1 Verein und 1 Arge – 3 Stimmen
Mehrere Vereine, keine Argen – 0 Stimmen
Mehrere Argen, keine Vereine – 4 Stimmen
Mehrere Vereine und Argen – 11 Stimmen
Kein Mitglied, kann es mir aber vorstellen – 9 Stimmen
Nirgendwo Mitglied aus Prinzip – 6 Stimmen
Der Löwenanteil von ca. 86% ist entweder Mitglied in Verein bzw. Arge oder kann es sich vorstellen. Nur 14% sind der organisierten Philatelie gegenüber prinzipiell ablehnend eingestellt. Für eine Einzelmitgliedschaft ist der traditionelle Briefmarkenverein immer noch die erste Wahl, aber die Hälfte der Befragten sind auch in Arbeitsgemeinschaften organisiert. Und die Mitliedschaft in mehreren Argen scheint eher die Regel als die Ausnahme zu sein.
Auch wenn man oft kritische Stimmen über die philatelistische Vereinsmeierei hört, so hat die organisierte Form des Briefmarkensammelns offenbar noch immer einen festen Rückhalt in der Sammlerschaft.
Die Devise für Vereine und Arbeitsgemeinschaften kann daher nur lauten, dieses Potential auch zu nutzen, und insbesondere den beträchtlichen Anteil an Interessenten von den Vorteilen einer Mitgliedschaft zu überzeugen.
by Oliver Klimek on 27. März 2010
Ortsbrief aus München 1952, frankiert mit sechs Notopfer-Marken
Entweder in Ermangelung einer 10-Pfennig-Marke oder als Spielerei wurde dieser Brief vollständig mit Notopfer-Marken frankiert. Fünf Stück deckten das Porto für den Ortsbrief ab, die sechste diente dann als eigentliches Notopfer. Interessanterweise handelt es sich auch um einen Fünferstreifen und eine Einzelmarke.
Inwieweit diese Art der Frankatur wirklich offiziell zulässig war, entzieht sich leider meiner Kenntnis, da ich das Notopfer-Handbuch nicht besitze und dies wirklich nicht mein Spezialgebiet ist. Aber vielleicht kann der eine oder andere Leser ja für Aufklärung sorgen.
by Oliver Klimek on 25. März 2010
Zur Zeit bin ich in Sachen Wareneinkauf auf Reise, am Wochenende geht’s wieder weiter!