by Oliver Klimek on 19. Mai 2010
Während meines Urlaubes flatterte die neue PHILATELIE ins Haus. Und schon auf einer der ersten Seiten lachte mir eine hochinteressante Kurzmeldung entgegen. Für die Briefmarkenbörse Sindelfingen – dieses Jahr vom 29. bis 31. Oktober – wird entgegen anderslautenden Ankündigungen weiterhin kein Eintrittsgeld verlangt!
Nachtigall ick hör dir trapsen, kann ich da nur sagen. In meinem Bericht zur Briefmarkenbörse München im März habe ich ja einen deutlichen Besucherschwund im Verleich zu den Vorjahren konstatieren können.
Die Messeagentur Jan Billion, die die Organisation der Messen übernommen hatte, hat sich wohl mit dem neuen Konzept verkalkuliert. Standgebühren sollten auf die Eintrittspreise umgelegt werden, damit die Messe für Händler attraktiv bleibt. Doch offenbar waren die Händler so unzufrieden mit dem Besucherzuspruch, dass sie zu alten Regelung zurückkehren wollten. Und vermutlich haben sich auch Gewinnhoffnungen auf Seiten der Agentur zerschlagen.
Die bisherige Regelung mit freiem Eintritt hat für den Veranstalter nämlich einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Der finanzielle Erfolg der Messe steht im wesentlichen schon fest, bevor die Halle am ersten Tag geöffnet wird. Die Händler sind ohnehin darauf angewiesen, dass genug zahlungskräftige Kundschaft kommt, egal ob mit oder ohne Eintrittspreis.
Da kann man natürlich nur hoffen, dass der Zuspruch seitens der Messebesucher auch die Erwartungen der Händler erfüllt. An mir soll es jedenfalls nicht scheitern…
by Oliver Klimek on 7. März 2010
Wenn sich von der U-Bahn-Station Kieferngarten eine auffallend große Zahl älterer Herren mit Aktenköfferchen in Richtung des Veranstaltungszentrums M’O'C begibt, dann ist es wieder soweit: Die jährliche Briefmarkenmesse in der ersten Märzwoche öffnet ihre Pforten.
An der großen Straßenkreuzung vor der Messehalle dann die erste Überraschung: Auf der riesigen Anschlagtafel befand sich nur ein Schild der parallel stattfindenden Münzbörse NUMISMATA. Von der Briefmarkenbörse keine Spur. Erst unmittelbar vor dem Halleneingang standen dann Hinweisschilder. Ob ja jetzt die Veranstalter oder die Hallenbesitzer geschlampt haben, kann ich nicht sagen, einen sehr professionellen Eindruck machte das allerdings nicht.
Im Vorbericht hatte ich ja schon erwähnt, dass nunmehr regulär 6 Euro Eintritt verlangt wurden. Dem Andrang am ersten Messetag, (Freitag, den 5, März) tat dies allerdings keinen Abbruch. Man tat gut daran, eine halbe Stunde vorher dort zu sein, um noch ohne Schlangestehen eine Eintrittskarte kaufen zu können. Da die beiden Kassenbüdchen unmittelbar neben dem Haupteingang aufgebaut waren, kam es kurz vor 10 Uhr zu einem ordentlichen Kuddelmuddel zwischen Kassenschlange und Einlass-Traube.
Mir kam übrigens zu Ohren, dass an einer Kasse offenbar der PHILATELIE-Gutschein von 2 Euro nur für ein Kombi-Ticket mit der NUMISMATA in voller Höhe angerechnet wurde. So mussten einige Besucher wohl 5 statt 4 Euro für die Karte zahlen.
In der Halle dann die übliche Ersttags-Rush-Hour auf die Stände, in der die Sammler mit zittrigen Fingern gleich zu Beginn die besten Schnäppchen absahnen wollen. Natürlich waren wie immer auch schon am Vortag zahlreiche zahlende Schnäppchenjäger unterwegs, aber so ist das eben in der Philatelie…
Im Gegensatz zum Vorjahr, wo der Besucherstrom bereits am frühen Nachmittag des ersten Messetages deutlich abflaute, war der Andrang den ganzen Freitag über ziemlich kräftig. Am Samstag war es dann allerdings um so beschaulicher. Daraus kann man sicher den Schluss ziehen, dass viele Sammler, die vormals an zwei oder allen drei Tagen zum Messebesuch gekommen waren, sich wegen des Eintrittspreises auf einen einzigen Tag konzentriert haben. Und da ist nun einmal der erste Tag die beste Wahl, zwecks Schnäppchen und so…
Leider habe ich nicht die Hallenpläne und Händlerlisten der Vorjahre parat. Aber subjektiv hat man das Gefühl, dass die Messe vom Händlerbesuch her von Jahr zu Jahr etwas schrumpft. Der Ausstellungsbereich war dieses Jahr dagegen spürbar umfangreicher, und auch der Gastronomie stand deutlich mehr Platz zur Verfügung.
Hier sei übrigens der kleine Einwurf gestattet, dass die im Gastronomiebereich erstmals zum Einsatz gekommenen Vierertische vielleicht hübscher anzuschauen sind. Für größere Gruppen sind sie aber bei weitem nicht so praktisch wie die altbewährten Biertische. Und wie im Vorjahr wurde Weißbier im Halbe-Krug ausgeschenkt, und das in der Bierstadt München. Unfassbar! Das gern gepflegte Vorurteil der Besucher aus dem ländlichen Raum gegenüber dem Millionendorf findet so wieder neue Nahrung.
Zur subjektiv empfundenen kleineren Zahl an Händlern kam hinzu, dass einige altbekannte “Stammkunden” der Messe nur mit einem deutlich reduzierten Sortiment angereist waren. Normalerweise brauche ich bei Großveranstaltungen wie in München oder Sindelfingen die vollen drei Tage, um mich durch die Händlerkisten zu wühlen. Diesmal habe ich mich zum ersten Mal dazu entschieden, am dritten Tag nicht mehr auf die Messe zu kommen. Und das lag ausdrücklich nicht am verlangten Eintritt. Dem einen oder anderen Stand hätte ich vielleicht noch einmal einen Besuch abstatten können, aber richtig gelohnt hätte sich ein dritter Besuch sicher nicht.
Fazit: Ob das neue Konzept mit Eintrittspreis und reduzierter Standgebühr wirklich tragfähig ist, wird sich natürlich erst zeigen, wenn die Händler am Schlusstag Kassensturz machen. So ganz überzeugt davon bin ich allerdings nicht. Ich stand in München und Sindelfingen auch schon einige Male auf der anderen Seite eines Standes und weiß, dass ein nicht zu unterschätzender Anteil des Umsatzes mit “Kleinkram” gemacht wird. Und der wird vorzugsweise von eben jener Klientel gekauft, die es sich wegen des Eintritts zweimal überlegt, ob sie zur Messe kommt oder nicht.
by Oliver Klimek on 26. Februar 2010
Wie immer am ersten Märzwochenende findet in München auch 2010 wieder die Internationale Briefmarkenbörse im MOC statt. Wie jedes Jahr werden auch diesmal wieder dutzende von Händlern ihre Ware feilbieten und internationale Postverwaltungen ihre Neuheiten präsentieren.
Allerdings gibt es eine sehr wichtige Neuerung zu den Vorjahren: Nachdem der langjährige Organisator Jürgen Straub den Stab an die Messeagentur Jan Billion abgegeben hat, wird wieder Eintritt verlangt (6 Euro Normalpreis)! Auch in Sindelfingen wird diese Regelung in Zukunft gelten. Für die wie immer parallel stattfindende Münzen-Messe NUMISMATA (6. und 7. März) gibt es ein vergünstigtes Kombi-Ticket.
Manchem Sammler dürfte dies sicher übel aufstoßen, aber die Medaillle hat natürlich wie so oft zwei Seiten. Zum einen profitieren die Händler von niedrigeren Standgebühren. Hinter vorgehaltener Hand hatte man in den letzten Jahren immer wieder Klagen gehört über die hohen Standgebühren bei vergleichsweise geringem Umsatz. Nun ist natürlich das Jammern auch des Kaufmanns Brot, aber vermutlich wird der eine oder andere Große schon mit dem Zaunpfahl gewunken und weitere Messeauftritte in Frage gestellt haben.
Der ersthaft interessierte Sammler oder Händler auf Einkaufstour wird sicher auch nicht unglücklich über die neue Regelung sein. Die Besucherzahl wird sicher zurückgehen, was zum einen weniger Gedränge an den Ständen bedeutet und zum anderen weniger Konkurrenz um die interessanten Stücke.
Höchstwahrscheinlich wird die “Laufkundschaft” deutlich zurückgehen, und auch ortsansässige Sammler mit kleinem Budget werden es sich zweimal überlegen, ob sie sich einen Messebesuch antun wollen. Letztlich muss es jeder mit sich selbst ausmachen, ob es ihm der Eintrittspreis wert ist oder nicht. Ich für meinen Teil sehe das relativ gelassen. Ich habe bisher immer viele interessante Sachen gefunden, da kommt es auf ein paar Euro hin oder her auch nicht an.
Die diesjährige Ausstellung FERPHILEX 2010 über Eisenbahn-Philatelie dürfte allerdings nicht jedermanns Geschmack sein.
Termin: Fr. 5. März – So. 7. März 2010
Ort: M,O,C,-Veranstaltungscenter München-Freimann, Halle 1 und 2
Lilienthalallee 40 (U6 Kieferngarten)
Öffnungszeiten: Freitag und Samstag: 10 – 18 Uhr, Sonntag: 10 – 16 Uhr