Dieser Brief von Zürich nach Wien aus dem Jahr 1916 ist in zweierlei Hinsicht interesant. Zum einen ist er mit seltenen Einheiten der Michel-Nr 125 (Zumstein 133) frankiert, was ihn allein schon materiell recht wertvoll macht.
Nicht minder interessant ist aber auch die Tatsache, dass der Brief von der Zensur beanstandet und wegen verbotenen Einschlusses an den Absender zurück ging. Absender war ein gewisser Herr Ernst Zumstein, und da braucht man sicher nicht lange rätseln, was sich wohl in dem Brief befunden haben mag.
Ich habe die Schweizer Amtsblätter nicht zur Hand, aber allem Anschein nach war Versand von (vielleicht frankaturgültigen) Briefmarken aus einem neutralen Land wie der Schweiz an einen Kriegsteilnehmer unerwünscht.
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Nicht nur Ernst Zumstein, auch der Adressat, Rudolf Friedl, war ein renommierter Händler & Philatelist. Der 1862 geborenen RF besaß in Wien das «Markenhaus Rudolf Friedl», das bis 1934 Bestand hatte. Friedl führte bereits früh eigene Auktionen durch und zeichnete bei der WIPA 1933 für den Aufbau der Ausstellung verantwortlich. Er starb 1942.
Der Stempel «Zurück wegen verbotenen Einschlusses!» ist eindeutig österreichischen Ursprungs; ich kenne einen ganz ähnlichen aus Innsbruck.