Beleg der Woche #10: Vorgelochte Infla-Marken auf Paketkarte

by Oliver Klimek on 23. Mai 2010

Heute möchte ich einen Infla-Beleg vorstellen, dessen Besonderheit man erst auf den zweiten oder gar dritten Blick erkennen kann. Die Paketkarte von Weißenburg nach Konstantinopel aus dem Jahr 1922 hat natürlich eine beachtliche Frankatur. Auf der Rückseite kleben immerhin 9 Exemplare der Michelnummer 138.

Aber darum geht es hier gar nicht. Die Besonderheit erschließt sich erst, wenn man sich diese Marken näher ansieht. Sie haben nämlich alle ein Loch. In der Inflationszeit war es Vorschrift, die hohen Wertstufen für eventuelle Markendiebe unattraktiv zu machen. Dies geschah entweder durch Schwärzung oder durch Lochung der Marken und wurde offiziell als Sicherungsentwertung bezichnet.

Allerdings wurde aller Regel immer die bereits frankierte Karte gelocht. Hier hat der Postbeamte offenbar ein ruhige Phase am Schalter ausgenutzt, um die Marken bereits vor dem Verkleben gelocht, um sich die Arbeit zu erleichtern. Ein derartiger Beleg ist mir bisher nur dieses einzige Mal unter die Augen gekommen.

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