In dieser Umfrage ging es nicht um die klassische Aufteilung der Sammelgebiete nach Ländern, sondern um die Art des gesammelten Materials allgemein.
Insgesamt haben 34 Sammler ihre Stimmen abgegeben, Mehrfachnennungen waren natürlich möglich. Das Ergebnis:
- Postgeschichte Semiklassik bis 1945 – 20
- Postgeschichte Klassik – 19
- Briefmarken Klassik – 18
- Vorphilatelie – 13
- Postgeschichte nach 1945 – 12
- Briefmarken Semiklassik bis 1945 – 11
- Briefmarken nach 1945 – 7
- Gedenkbelege, FDC usw. bis 1945 – 3
- Gedenkbelege, FDC, ETB usw. nach 1945 -1
Auch diese Umfrage ist natürlich weit davon entfernt, repräsentativ zu sein. Aber es zeigt sich doch ein recht klarer Trend. Zum einen sind Klassik und Semiklassik deutlich populärer als modernere Gebiete, zum anderen läuft die Postgeschichte dem klassischen “Briefmarkensammeln” immer mehr den Rang ab.
Auch die großen Briefmarkenbörsen sind mittlerweile ja viel stärker auf Belege ausgerichtet als auf lose Marken. Und außer bei einem wohlbekannten großen Händler aus dem Schwäbischen haben Messesstände, auf denen “nur” Alben mit losen Marken ausliegen, sichtbar weniger Zulauf als solche, die mit Belegekisten locken. Bei manchen auf Belege spezialisierten Händlern ist sogar oftmals über längere Zeit der komplette Stand belegt.
Umgekehrt klagen denn auch viele Markensammler über wachsende Schwierigkeiten, neues Material zu finden. Da sich alles auf die Postgeschichte stürzt, haben sie dann oft das Gefühl, links liegen gelassen zu werden.
Die Hinwendung zu älterem Material ist sicher auch der Entwicklung der Ausgabepolitk der Postverwaltungen in den letzten Jahren – oder fast schon Jahrzehnten – geschuldet. Mit vielen vielen Markenausgaben, Selbsklebeheftchen, Rollen und anderen Spezialitäten wird versucht, an das sauer verdiente Geld der Sammler heranzukommen. Andererseits werden immer weniger Briefmarken ihrer Bestimmung zum Frankieren von Postsendungen zugeführt, nicht zuletzt auch wegen der allfälligen Label-Freimachung am Postschalter.
Daraus kann mein eigentlich nur den Schluss ziehen, dass eine postgeschtlich orientierte Sammlung moderner mit Briefmarken frankierter Belege eine durchaus beachtenswerte Gelegenheit ist, einen werthaltigen Bestand zusammenzutragen. Wenn es einem dann auch gelingt, interessante Frankaturen zu finden. Ein Überseeebrief mit einer 85-Cent-Mehrfachfrankatur dürfte da beispielsweise fast schon eine kleine Seltenheit darstellen.
Ähnliche Artikel:
