Buchtip – Wiegand: Handbuch Deutsches Reich “Pfennig” 1880

by Oliver Klimek on 14. April 2010

In der Literatur-Reihe der Arge Krone/Adler erschein 2006 das Handbuch zur Pfennig-Ausgabe, verfasst von Manfred Wiegand. Wobei der Begriff “Handbuch” angesichts des Fommats DIN A 4 doch etwas untertrieben ist.

Auf ca. 300 Seiten werden systematisch alle Aspekte dieser Markenausgabe behandelt, vom Druck über Farben und Plattenfehlern bis zu Abstempelungen und Verwendungsformen auf Beleg.

Das Buch setzt in Ausführlichkeit und Übersichtlichkeit Maßstäbe für gute philatelistische Literatur. Durchgehend farbige Abbildungen und eine Vielzahl von Bewertungen, die weit über den Michel-Spezialkatalog hinausgehen machen das Handbuch zum Standardwerk für diese Ausgabe.

Vor allem die äußerst ausführliche und hervorragend illustrierte Beschreibung der Sendungsarten und Verwendungsformen, die die gesamte zweite Hälfte des Werks einnimmt, hat es mir persönlich angetan. Man kann viel über die Postgeschichte dieser interessanten Zeitperiode lernen. Gerade die Auslandspost ist durch die Einführung des Weltpostvereins und die damit verbundenen stufenweisen Vereinfachungen im Postverkehr ein hochinteressantes Thema. Auch wer an den eigentlichen Marken kein besonderes Interesse hat, kommt hier voll auf seine Kosten.

Laut Arge-Homepage ist das Handbuch noch lieferbar. Und bei einem Preis von €45,- für Arge-Mitglieder bzw €56,- für Nichtmitglieder ist es angesichts der Ausstattung im Vergleich zu anderer philatelistischer Literatur geradezu billig.

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David Schmidt 15. April 2010 um 18:37

Wer nicht unbedingt ein spezialisiertes Experten-Fachbuch im Bücherregal braucht, findet online eine sehr informative Homepage zu diesem auf den ersten Blick ziemlich langweiligen Sammelgebiet: http://www.philhaha.de

Vor allem die komplexe Problematik der Farbbestimmung, welche für Nicht-Eingeweihte oftmals als Buch mit sieben Siegeln erscheint, wird hier ausführlich bebildert und systematisch abgehandelt, aber auch jede Menge Postgeschichtliches aus der betreffenden Zeit geboten. Marken und Belege dieser Epoche sind ohne großen Kapitaleinsatz beschaffbar und daher auch die Fälschungs- und Verschlimmbesserungsgefahr durch Reparaturen äußerst gering. Ein empfehlenswertes Sammelgebiet also für Philatelisten, die sich wirklich für Briefmarken begeistern und nicht als Illusionskapitalisten an Katalogwerten reich rechnen!

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