Beleg der Woche #6: 10 Rp Tell in beiden Typen

by Oliver Klimek on 3. April 2010

So gut wie jeder Schweiz-Sammler weiß, dass es die 10 Rp Tell (Michel 118 oder Zumstein 126) in zwei Typen gibt, die sich durch die Lage des Querbalkens im E von HELVETIA unterschieden.

Auf diesem Auslandsbrief von Riggisberg nach Heidelberg kleben beide Typen nebeneinander. Hinzu kommt noch ein 5 Rp Tellknabe, um das Auslandsporto von 25 Rp zu vervollständigen.

Diese Frankatur ist keineswegs häufig, denn wo kam es schon vor, dass Bögen beider Typen auf dem Postamt vorhanden waren?

Übrigens illustriert der Brief auch eine Besonderheit der schweizer Orthographie. Zwar wurde auch in der Schweiz die vereinheitlichte deutsche Rechtschreibung von 1901 angewandt, bei vielen Ortsnamen kursierten aber verschiedene Schreibweisen, die sich teilweise am schweizer Dialekt orientierten.

Hier nennt der Gemeindeschreiber seinen Ort Rüeggisberg, während auf dem Poststempel Riggisberg steht, was auch die heute übliche Schreibweise ist.

Eine weiteres Beispiel ist der Ort Rapperswil, von dem es ältere Stempel mit der Inschrift Rapperschwyl gibt. Zum einen wird der Name im örtlichen Dialekt wirklich mit sch ausgesprochen, zum anderen herrschte lange eine gewisse Verwirrung, ob man die vielen …wils in der Schweiz nun mit y od i schreiben soll. mittlerweile hat sich das i aber durchgesetzt.

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