Umfrage-Ergebnis: Mitgliedschaft in Vereinen und Argen

by Oliver Klimek on 28. März 2010

In einem Monat haben sich immerhein 42 Sammler an der Umfrage beteiligt. Für ein statistisch represäntatives Ergebnis reicht das zwar noch nicht aus, aber ein Trend läßt sich schon erkennen:

1 Verein – 6 Stimmen
1 Arge – 3 Stimmen

1 Verein und 1 Arge – 3 Stimmen

Mehrere Vereine, keine Argen – 0 Stimmen

Mehrere Argen, keine Vereine – 4 Stimmen
Mehrere Vereine und Argen – 11 Stimmen
Kein Mitglied, kann es mir aber vorstellen – 9 Stimmen
Nirgendwo Mitglied aus Prinzip – 6 Stimmen

Der Löwenanteil von ca. 86% ist entweder Mitglied in Verein bzw. Arge oder kann es sich vorstellen. Nur 14% sind der organisierten Philatelie gegenüber prinzipiell ablehnend eingestellt. Für eine Einzelmitgliedschaft ist der traditionelle Briefmarkenverein immer noch die erste Wahl, aber die Hälfte der Befragten sind auch in Arbeitsgemeinschaften organisiert. Und die Mitliedschaft in mehreren Argen scheint eher die Regel als die Ausnahme zu sein.

Auch wenn man oft kritische Stimmen über die philatelistische Vereinsmeierei hört, so hat die organisierte Form des Briefmarkensammelns offenbar noch immer einen festen Rückhalt in der Sammlerschaft.

Die Devise für Vereine und Arbeitsgemeinschaften kann daher nur lauten, dieses Potential auch zu nutzen, und insbesondere den beträchtlichen Anteil an Interessenten von den Vorteilen einer Mitgliedschaft zu überzeugen.

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David Schmidt 29. März 2010 um 19:31

Zeichnet diese optimistische Interpretation der Umfrageergebnisse ein realistisches Meinungsbild über die tradierte Verbandsphilatelie? – Mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer ist immerhin kein Vereinsmitglied. Fakt ist, dass 1. die in Argen und Vereinen organisierte Sammlerschaft immer mehr überaltert und dadurch 2. die Mitgliederzahl im Bund deutscher Philatelisten (BDPh) sowie in den angeschlossenen Vereinen seit nunmehr langer Zeit erheblich und kontinuierlich zurückgeht. Altersstruktur und Migliederschwund der organisierten Philatelie sind aber nur eine Ursache für deren Unattraktivität beim “Nachwuchs”.

Eine andere Ursache ist in der Tat die auf viele abschreckend wirkende “Vereinsmeierei” mit ihren hierarchischen Strukturen aus autoritärer Funktionärselite an der Spitze und beitragszahlendem Fußvolk, langweiliger Jahreshauptversammlung und schwach besuchten Tauschtreffen, weil nun einmal irgendwann die Schmetterlingsmotiv-Freunde, die Niederländische-Kolonien-Spezialisten usw. ihre wenigen Tauschmöglichkeiten ausgelotet haben. Genauso erschöpft sich alsbald der Erfahrungsaustausch zwischen Berlin-postfrisch-Anhängern und Infla-Stempelexperten. Dann gibt es noch den grundsätzlichen Interessenunterschied zwischen Vordruckalben füllenden Briefmarkensammlern und forschenden Philatelisten, die Gold-Medaillen auf Ausstellungen einheimsen wollen. Das eigentlich verbindende Hobby hat also gar nicht so viel Verbindendes, außer dass man lebenslänglich im selben Verein ist.

Oliver Klimek 29. März 2010 um 19:49

Zum einen ist das Bild sicher etws dadurch vezerrt, dass aktive und interessierte Sammler bei den Lesern dieses Blogs überrepräsentiert sind. Viele der klassichen Vordruckfüller und Katalogabhaker werden von der Existenz dieser Seite vielleicht nie etwas mitbekommen.

Man sollte aber nicht alles auf den klassischen Briefmarkenverein reduzieren. Es zeigt sich, dass die Mitarbeit in Arbeitsgemeinschaften durchaus eine Alternative ist. Allerdings muss auf von beiden Seiten Offenheit herrschen. Argen sollten sich nicht nur als elitäre “Forschungsgemeinschaft” verstehen, denn so etwas wirkt auf Otto Normalsammler eher abschreckend, sondern eher als Interessengemeinschaft, die auch einfachen Sammlern offen stehen. Und die Sammler sollten sich überzeugen lassen, dass es auch ene Philatelie jenseits des Michelkataloges gibt.

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