Immer wieder kommt es vor, dass Käufer auch für relativ geringwertige Lose ausdrücklich Versand als Einschreiben wünschen. Da ihnen wichtig ist, dass der Brief ankommt, wählen Sie eine Versandform, bei der Sie sich sich in Sicherheit wiegen, dass das Verlustrisiko möglichst klein ist.
Leider sagt meine persönliche Erfahrung aus über zehn Jahren etwas völlig anderes aus. Ich verschicke ungefähr 10% meiner Briefe als Einschreiben. Aber auf einen verloren gegangenen Normalbrief kommen ca. 10 Verluste von Einschreibebriefen. Anders ausgedrückt gehen Einschreiben ca. 100 mal öfter verloren als Normalbriefe!
Aber warum? Ein Einschreiben ist doch so sicher? Tja, leider menschelt es auch im Postdienst. Wenn auf einem Brief ein Einschreibezettel klebt, vermittelt das, dass der Inhalt einen gewissen Wert haben muss, sei es nun ideell oder materiell. Und wenn dann vielleicht auch noch schöne Briefmarken darauf kleben, ist es schon von außen ersichtlich, dass es sich hier nicht “nur” um eine langweilige Vertragskündigung handelt. Also wird dann auch mal zugegriffen. Und nicht umsonst steigt die Verlustrate in der Vorweihnachtszeit spürbar an, wenn Omas ihren Enkeln Karten mit Einlage schicken.
Natürlich sind Einschreiben auch bis 25 Euro versichert (20 Euro beim Einwurfeinschreiben), und die Post zahlt immerhin anstandslos ohne Rückfrage bei jedem Verlust den vollen Betrag aus. Aber beim Versand von Briefmarken oder Belegen geht es ja primär darum, dass das gute Stück auch wirklich ankommen soll.
Meine Empfehlung: Die sicherste Versandform bleibt der unversicherte Normalbrief. Und auch wenn es den Briefmarkensammler schmerzt, eine langweilige Dauerserienfrankatur macht den Versand nur noch sicherer. Je mehr bunte Bildchen auf dem Brief kleben, um so gefährlicher.
Es ist natürlich traurig, aber es bringt auch nichts, vor den Realitäten die Augen zu verschließen.
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