Platz 10: Die erzwungene Mittagspause
Gewisse Auktionshäuser machen über Mittag ihren Laden dicht, ob man nun Hunger hat oder nicht. Wie schaffen es die anderen bloß, ihre Geschäfte durchgehend abzuwickeln?
Platz 9: Der Dauerbrenner
Ein Album habe ich in drei Jahren viermal besichtigt, und dabei war ich nicht einmal bei jeder Auktion dabei. Als es dann beim fünften Mal zum halben Preis angeboten wurde, habe ich es zum Untergebot bekommen. Warum nicht gleich so?
Platz 8: Der Blümchenkaffee
Es ist ja eine nette Geste, wenn den Kunden etwas zur Stärkung zwischendurch angeboten wird. Und es ist sicher auch als ein Zeichen medizinischer Rücksichtnahme zu werten, wenn die Stärke des gereichten Kaffees umgekehrt proportional zum Durchnittsalter der Kundschaft ist. Aber man kann es auch übertreiben. Dann lieber nur beim Mineralwasser bleiben, und Strom spart’s auch noch.
Platz 7: Das zurückgezogene Los
Irgendjemand hat also doch noch gemerkt, dass die im Katalog erwähnte Chicagofahrt eine Fälschung ist.
Platz 6: Der reichhaltige Posten
OK, reichhaltig ist ein sehr relativer Ausdruck. Bei Mecklenburg-Strelitz sicht reichhaltig im allgemeinen etwas magerer aus als bei den berüchtigten Hindenburg-Dubletten. Aber etwas mehr als eine locker gesteckte Steckkarte dürfte es dann doch schon gerne sein.
Platz 5: Der Klemmbinder
Geht immer nur bei einem selbst auf, nie beim Nachbarn.
Platz 4: Die Plaudertasche
Ein wenig Konversation am Besichtigungstisch kann ja die Atmosphäre durchaus etwas auflockern. Aber muß man wirklich jede Albumseite kommentieren? Gerne auch als Selbstgespräch im Angebot.
Platz 3: Die eingeklebten Belege
Damit’s auch wirklich auf dem Albumblatt hält, nimmt man am besten UHU. Doppelklebeband hält auch in Klarsichthüllen. Und nur keine Scheu vor Lithokarten!
Platz 2: Die urige Fundgrube für den Sammler mit Zeit
Nur mit spitzen Fingern zu handhaben, oder vielleicht holt man besser doch noch schnell die Latexhandschuhe aus dem Verbandskasten. Der kalte Rauch, der aus den tieferen Regionen des Kartons aufsteigt, ließe sich allerdings nur mit einer Gasmaske bändigen. Wie gelb können Plastikhüllen eigentlich werden?
Platz 1: Der Lindner-Falzlos-Vordruck
Schweißperlen auf der Stirn und feuchte Handflächen. Wird es gelingen, den schwarzen Einser unfallfrei aus dem Album zu operieren? Oder sollte ich vorsorglich lieber doch gleich das Albumblatt zerstören?
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