Wie oft wurde das Briefmarkensammeln nicht schon für tot erklärt. Überalterung der Sammler, schlechte Wertentwicklung, Desinteresse der Jugend; die immer wieder gleichen Argumente werden schon seit Jahrzenten vorgebracht. Es soll sogar schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts derart sorgenvolle Stimmen gegeben haben.
Aber irgendwie muss an der Philatelie doch etwas dran sein, denn sie ist einfach nicht totzukriegen. Trotzdem sollte man die Warnung nicht vollkommen in den Wind schreiben. Die Zahl der organisierten Sammler sinkt in dem Maße, wie das Durchschnittsalter der Sammler steigt. War das Briefmarkensammeln früher fast schon ein Automatismus – zumindest für die männliche Jugend -, so muss es heute gegen Pokemon, Internet-Surfen oder Computerspiele ankämpfen.
Doch gerade das Internet stellt eine auch große Chance für die Philatelie dar. Sammler müssen sich nicht mehr nur in verrauchten Hinterzimmern beim Vereinsabend treffen, sondern können Ihrer Leidenschaft auch in Foren, Chats und sozialen Netzwerken frönen. Die weltweite Vernetzung ermöglicht einen Erfahrungsaustauch, der mit Briefmarkenverein und -Zeitungsabonnement allein nicht zu verwirklichen ist. Und nicht zuletzt dadurch ergibt sich die Chance, auch wieder jüngere Leute für die Philatelie zu begeistern.
Es reicht allerdings nicht aus, nur darauf zu warten, bis einem gewissermaßen die Basler Täubchen ins Album fliegen. Das Zauberwort im Internet heist “teilen”. Je mehr Sammler ihr Wissen an andere weitergeben, desto attraktiver wird die Philatelie für Neulinge, und auch man selbst wird davon profitieren. Ich sehe aus meiner täglichen Erfahrung im Internet, dass es viele jüngere Sammler gibt, die sich bewußt nicht der traditionellen “organisierten Philatelie” anschließen wollen. Diese Tatsache gibt mir das beruhigende Gefühl, dass die Philatelie auch diese Herausforderung bestehen kann. Dies wird allerdings nur gelingen, wenn sich die “Altvorderen” auch auf die veränderte Situation einstellen.
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